Andreas

Netzfunden der KW 33:

In der letzten Woche sind zwei Themenkomplexe bei mir im Browser “hängen” geblieben:

 

Die Umtriebe der Agrar- Industrie

 

Es ist immer wieder erstaunlich wie gut der Lobbyismus der Agrarindustrie arbeitet:

 

So konnten sich die Saatgutkonzerne eine gesetzlichen Marktanteil von mindesten 90% sichern!

 

So steht in der neuen Richtlinie 2008/62 vom 20. Juni 2008 in Artikel 14 das für jede Erhaltungssorte maximal 100ha bzw. 0,3-0.5% Marktanteil (Arten abhängig) produziert werden darf, und in der Summe insgesamt nicht mehr als 10% des verwendete Saatgut der jeweiligen Art.

 

Daneben gibt es noch weitere Restriktionen das das Saatgut nur in den Ursprungsregionen erzeugt und in den Verkehr gebracht werden darf (Artikel 11(1) und 13(1)) – wobei hier die einzeln Mitgliedstaaten immerhin ausnahmen zulassen dürfen.

 

In Telepolis hat Peter Mühlbauer hat dazu einen schönen Vergleich gezogen:

 „Das ist in etwa so, als ob es Microsoft und Adobe von der EU schriftlich bekommen, dass einzelne Open-Source-Programme nur jeweils 0,3 Prozent Marktanteil haben dürfen und alle zusammen höchstens 10 Prozent. Mit dem Unterschied, dass die Saatgutkonzerne mit ihrer [local] “Treuhand” auch noch eine eigene Spitzeltruppe haben, welche die Einhaltung dieser Vorschriften auf den Feldern der Bauern legal kontrollieren darf.“ (Telepolis 11.08.08)

 

 

Ein weiteres glorreiches Beispiel für den guten Lobbyismus der Agrarchemieindustrie ist das Bienensterben durch das Insektizid Poncho in Baden Württemberg dort dient die dortige Landesregierung Bayer in dem sie im Rahmen des Entschädigungsverfahrens Almosen von Bayer CropScience verteilt die gekoppelt sind mit dem Verzicht von weiteren Schadenersatz Ansprüchen und juristischen Schritten (aus der TAZ,16.08.08)

 

 

 

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Wer Lust (und Zeit) hat neues und bisher unbekannte Literatur am Rechner sollte dort mal vorbei schauen, ich komme leider nicht dazu

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