Archive for the tag 'Bürgerrechte'

Noch bevor das Buch „Little Brother“ von Cory Doctorow  vom Heyne Verlag  auf deutsch raus kommt , hat dankenswerter Weise Christian Wöhrl die Freiheit der Creative Commons License  das Werk auf deutsch übersetzt, was auch dem Autor sehr erfreute.

So ist das sehr empfehlenswerte und lesen werte Buch nun frei und legal im Netz  auf deutsch und im englischen Orginal zu finden unter:

Englisches Orginal „Little Brother“ von Cory Doctorow

deutsche Übersetzung „Little Brother“ von Cory Doctorow [pdf]
[BLOG des Übersetzers]

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Printausgab bei Amazon des englischen Original „Little Brother“ von Cory Doctorow

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Das Buch ist mehr als die spannende Geschichte eine technikverliebten gewöhnlichen Teenagers der am falschen Zeitpunkt am falschen Ort ist, und in den Fokus der Sicherheitsbehörden gerät – es ist vielmehr ein Plädoyer gegen undifferenzierte Terror-Histerie unserer Zeit.

Aus der Zeit Rezession:

“Es ist das Buch für alle, die glauben, sie hätten nichts zu verbergen; für alle, die finden, dass Instrumente wie Vorratsdatenspeicherung oder Onlinedurchsuchung sinnvoll sind und schon den Richtigen treffen werden wird.
[..]
All die Überwachungsmethoden, die Doctorow beschreibt, existieren. Auch in Deutschland. Um zu demonstrieren, welche Wirkungen sie auf eine Gesellschaft haben, erhöhte er lediglich ihre Dichte. Mehr nicht.
[..]
Ein furchtbar wahres Buch. Denn jeden kann es treffen.  Jeden Tag.“

Als erstes Buch habe ich die deutsche Übersetzung ganz am Bildschirm in einer Nacht zu ende gelesen – verdammt gut geschrieben und erschrecken real. Wenn ich die Zeit finde werde ich mich auch das Original lesen.

Wer zu leicht paranoide wird sollte das Buch nicht lesen, allen andern sei es ans Herz gelegt.


Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble bei den 3. Berliner Medienreden am 24.11.2008.

gefunden via  Netzpolitik.org

Leider ist es nicht das erste Mal, das unser Innenminister Wolfgang Schäuble daran dachte die Grundgesetz zu ändern wenn der politische Willensbildungsprozess oder das Bundesverfassungsgericht sich nicht nach seinen Vorstellungen verhält.

Da im Bundesrat sich keine Mehrheit für seinem BKA Gesetzentwurf abzusehen ist, will er mal eben da Abstimmungsregeln „reformieren“. Ist ja schließlich überfällig, wie auch die Abschaffung des Bundesverfassungsgerichtes was auch nur stört in der Umwandlung der Demokratie in einen „Securitykratie“.

Zum Glück funktionieren noch einige Sicherungen der demokratischen Gesellschaft, So das er wahrscheinlich mit diesen Vorschlag scheitern wird – und vielleicht auch das zu weitgehende BKA Gesetz.

Es mutet erstaunlich an das Herr Dr. Schäuble gerade diese Rechtsordnung die ihm so viel Ärger macht so lobt:

„Wir müssen uns selbstbewusst zu der Überlegenheit unserer freiheitlichen, rechtsstaatlichen und damit auch toleranten Ordnung bekennen und dürfen die Prinzipien nicht aufgeben, auf denen diese Ordnung beruht. Wir müssen auf die Überlegenheit unserer rechtlich verfassten Freiheitsordnung vertrauen. Das bedeutet auch, gewisse Grenzen einzuhalten.“ W. Schäuble 08.12.2006

Vielleicht ist dies auch eine Art Selbstschutz, nach dem Prinzip: “die Anderen werden schon aufpassen das ich nicht zu weit gehe, in meinen Wahn Bemühungen um Sicherheit”.

Für die Oppositionsparteien ist er nun endgültig zu weit gegangen:

“Dieser Minister hat entweder die Demokratie nicht verstanden, oder er will sie abschaffen”, sagte Fraktionschefin Renate Künast. “In beiden Fällen ist er als Innenminister untragbar.” Die Zeit

“Die Abstimmungsregeln zu ändern, weil einem das aktuelle Meinungsbild nicht passt, hat absolutistische Züge und ist kein guter demokratischer Stil” Stadler (FDP)

„Der älteste Trick undemokratischer Politik ist es, im Namen der Demokratie deren Schwächung zu betreiben. Schäubles Rücktritt wäre ein Segen und ein Geschenk für den Rechtsstaat.” Die Linke

Mal sehen was noch an Nadelstiche gegen die Demkratie stattfinden muss bis auch für die  SPD und CDU der Innenminister nicht mehr tragbar ist.

Zumindest war heute seine Homepage offline…

Seiten-Ladefehler - Wolfgang-Schaeuble.de

Wer heute die Webseite des Wikimedia e.V. unter www.wikipedia.de besuchen will, findet folgende Anzeige:

“Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, “die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten”, solange “unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org” bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.”

Damit ist natürlich nur die Weiterleitung von www.wikipedia.de auf das deutsprachige Angebot von www.wikipedia.org unter www.de.wikipedia.org untersagt, welches in den USA registriert ist. Alle Artikel sind unter dieser Adresse natürlich weiterhin abrufbar. Darunter auch die Angaben, über die sich Herr Heilmann so ereifert. Während er auf seiner persönlichen Bundestagsmitgliederseite von einem Wehrersatzdienst beim Ministerium für Staatssicherheit spricht, bezieht der Wiki-Artikel Erkenntnisse aus einem Spiegel-Artikel von 2005 mit ein: Wiki-Artikel Aber wir wollen an dieser Stelle ja nicht zu weit vorgreifen…

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Oder, wie diabolos schreibt: “Nein, er hat mit dieser Aktion dafür gesorgt, dass

a) Hunderttausende Nutzer den obigen Artikel lesen werden und damit informiert werden, welche Gestalten für Die Linke in unserem Parlament sitzen

b) die Linke wirklich tolle Publicity im Internet bekommt:
so findet man unter Google folgenden Blogbeitrag mit dem Stichwort “Die Linke killt wikipedia”

Ich muss sagen, Herr Heilmann hat mir heute morgen aus diversen Gründen viel Freude bereitet…”

Nachtrag (17.11.08): Wie heise.de nun meldet (Artikel) , zieht Heilmann seinen Antrag auf einstweilige Verfügung zurück. Er hat wohl eingesehen, dass dieser Schnellschuss von ihm eher kontroproduktiv für seine politische Zukunft gewesen ist. Die Strafanzeigen gegen einen Wiki-Autoren und zwei weiterePersonen bleiben jedoch bestehen. Letztlich ging es ihm wohl auch weniger um seine Stasi-Vergangenheit, als um Spekulationen aus seinem Sexualleben, die nicht in Wikipedia stehen sollten. Aber auch in diesem Fall wäre ein Vorgehen gegen den spezifischen Artikel bedeutend sinnvoller gewesen, als der Radikalschuss gegen den Wikimedia e.V. und die Weiterleitung. Ein gutes hat die Sache: Allein an diesem Wochenende wurden dem Wikimedia e.V. mehr als 16.000€ gespendet!

Heilmann erklärt hierzu:Nachdem die falschen, ehrabschneidenden und deshalb mein Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalte weitgehend aus dem entsprechenden Artikel entfernt wurden, habe ich gegenüber dem Wikimedia e.V. erklärt, dass ich keine weiteren juristischen Schritte unternehmen werde und die Weiterleitung auf die Wikipedia-Inhalte unter http://de.wikipedia.org wieder geschaltet werden kann. Wikimedia e.V. kann also ab sofort die Inhalte der freien, nicht kommerziellen Internet-Enzyklopädie Wikipedia wieder über die URL www.wikipedia.de zugänglich machen. Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten. Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.”

 

Andreas

Piraten ins Parlament

Die Piratenpartei sammelt aktuell Unterschriften zur Zulassung für die  Bundestag und Europaparlamentswahlen.

Trotz das zurecht über die Chancen der jungen Partei in die Parlamente einzuziehen gezweifelt werden darf, wäre es jammerschade  wenn sie nicht zugelassen würden – und die wichtige Stimme der Vernunft in der Parteienlandschaft  hinsichtlich Datenschutz und  moderne zeitgemäße Urheberechte [Wahlprogramm] keine Plattform bekommen würde!

Daher auf zum Unterschreiben für die Piratenpartei:

http://ich.waehlepiraten.de/

Danke an Daniel für den Tipp

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