Jul 22nd, 2009
Schlaflied für die Atomkraft ;-)
(von Holger Edmaier)
(von Holger Edmaier)
Der sehr schönen Beitrag „Biodiversität oder Maximalprofite Saatgutpolitik vor der Entscheidung“ des Bayrische Rundfunk befasst sich mit der Umsetzung der EU Verordnung 2008/62/EG [pdf] in nationales Recht. Wie schon früher berichtet regelt die Verordnung die Zulassung von Landsorten und andern Sorten die von der genetischen Erosion bedroht sind. Die gut gemeinte Verordnung zur Erhalt der Agrobiodiversität ist jedoch leider ein Musterbeispiel für die Funktionsfähigkeit des Profit-orientierten Agrarlobbyismuses.
Eine süß gemachte Animation vom Pestizid Aktions Netzwerk Deutschland – richtig Kleinkind gerecht – leider jedoch kein ernsthafter Beitrag zur Erwachsenenbildung:
Das Gelstertal bei Witzenhausen bekommt eine weitere „saubere“ Primärenergiequelle für einen Großverbraucher. Neben der Papierfabrik der SCA Packaging die ihren hohen Primäreenergieverbrauch mit Müll Ersatzbrennstoff Trockenstabilat stillt – rüstet der Gips Produzent VG-ORTH in Hundelhausen sein bisherige Erdgas- Schwerölanlage auf Braunkohle um. Wie die HNA schreibt ist eine zusätzliche Belastung der Umwelt ist mit der Umstellung auf Braunkohle nicht verbunden . Ob eine Verbesserung dadurch für die Umwelt erzielt wird sei dahin gestellt. Braunkohle an für sich hat zumindest alles andere wie eine guten Ruf wenn es um den Klimaschutz und Landschaftsschutz geht.
Aber wem interessiert es im Glestertal, wenn das Rheinland oder die Lausitz weg gebaggert wird, und die Verwüstung des Mittelmeerraums weiter fortschreitet.
Für die Bewohner von Witzenhausen tröstet der Bericht der Immissionsmessungen in Witzenhausen [pdf], das die Luft bei Inversionswetterlage vom Gelstertal durch eine vom Werratal überlagerte Luftströmungen wahrscheinlich verdünnt wird. Jedoch fehlen weitere Untersuchungen, wie die Autoren des Berichts an mahnen die eine sichere Aussage erlauben ob dies tatsächlich zumeist so statt findet. Oder in wie weit der problematische Fall wahrscheinlich ist das die Emmisionsquellen im Gelstertal über das Tal nach Witzenhausen abfließen, da sie nicht die thermische Sperrschicht über den Tal durchstoßen können. .
Mit dem Slogan „Jetzt echte Umweltprämie beantragen!“ fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu einer symbolischen Protestaktion gegen die einseitige Hilfe für die Automobilindustrie durch die Abwrackprämie auf.
Sicherlich ist die Situation bei einigen Automobilunternehmen zumteil dramatisch, und es hängen sehr viele Arbeitsplätze in Deutschland am Auto – jedoch diese Prämie als Umweltprämie zu bezeichnen ist zynisch und unfair den Verkehrsteilnehmern gegenüber die ein Fahrrad oder die Bahn benutzen, da die Prämie sich an keinerlei umweltschutzrelevanten Größen orientiert. Die Neuheit eines Autos sagt nicht aus über die zu erwartenden Emissionen [VCD Hintergründe (pdf)]. Auch wird die Verbrauchsreduktion durch die verbesserten Motoren durch die den Trend zu leistungsstärkeren und schweren Fahrzeugen mit mehr verbrauchsrelevanter Ausstattung (Klima etc.) relativiert [Umweltbundesamt]. So beobachtete das Umweltbundesamt im Zeitraum 1991-2005 nur eine durchschnittliche Abnahme von 0,1 l pro 1oo km und Jahr.
So wäre es besser die Umweltprämie von Anfang an zu dem benennen was sie ist eine Abwrackprämie zur Förderung der Automobilindustrie.
Und ernsthaft im Konjunkturprogramm eine Ressource sparsame Zukunft zu fordern.
———- UPDATE 01.03.01 21.21———
Wie die Taz berichtet ist die Aktion des VCD auf großen Wiederhall gestoßen, der das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Schwierigkeiten bring – dort wird nun mit rechtlichen Schritten gegen die Aktion gedroht.